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Dienstag 30. Mai 2017

Start Sichelzellkrankheit -Wo gibt es die Sichelzellkrankheit?
IG Sichelzell und Thalassämie / wo gibt es die Krankheit
Wo gibt es die Sichelzellkrankheit? PDF Drucken E-Mail

Vor mehr als 2000 Jahren ist die Sichelzellkrankheit in Afrika durch eine Gen-Änderung (= Mutation) entstanden. Träger der Krankheit, also Menschen, die eine kranke und eine gesunde Anlage für den roten Blutfarbstoff haben, bekommen nicht die schwere, lebensbedrohliche Form der Malaria (Malaria Tropica). Man vermutet, dass das Entstehen der Sichel-Mutation eine Art Schutz der Natur vor Malaria darstellt. Von Afrika aus hat sich die Sichelzellkrankheit ausgebreitet: durch Händler, die mit ihren Waren nach Nordafrika, in den östlichen Mittelmeer-Raum und den Mittleren Osten zogen, dortgeblieben sind, und sich mit der dortigen Bevölkerung vermischt haben. Mit dem Sklavenhandel kam die Sichelzellkrankheit nach Nord-und Südamerika.

In Deutschland gab es die Sichelzellkrankheit nicht bis Menschen in den 50er Jahren aus Italien, Griechenland, der Türkei auf der Suche nach Arbeit zu uns kamen. Es waren gesunde Träger der Erkrankung, die, wenn sie eine Partnerin hatten, die auch Trägerin war, an Sichelzellkrankheit leidende Kinder hatten. Seit den 80er Jahren kamen Menschen als Flüchtlinge oder Asylanten aus Kriegsländern (Zaire, Kongo, Angola, Westafrika, Iran, Irak) zu uns und brachten die Sichelzellkrankheit mit. In Deutschland (ca. 82 Millionen Einwohner) lebten 2016 wahrscheinlich 1500 - 2000 Sichelzellpatienten, hauptsächlich in den alten Bundesländern, überwiegend in großen Städten und in Industriegebieten. Die Zahl der Sichelzellpatienten steigt weiter an, einmal durch Flüchtlinge aus dem Irak und Afrika - vor allem aber durch Kinder, deren Eltern HbS-Träger sind und es nicht wissen. Oft leider auch nicht wissen wollen bzw. die pränatale Diagnostik ablehnen. Wenn man weiß, dass es in USA ca. 100 000 (280 Millionen Einwohner), in England und Frankreich je ca. 20 000 (50 bzw. 60 Millionen Einwohner) Sichelzellpatienten gibt, versteht man besser, dass es in Deutschland immer noch schwierig ist, einen Arzt zu finden, der sich mit der Sichelzellkrankheit auskennt und auch, dass viele Sichelzellpatienten in Deutschland oft die einzigen mit dieser Krankheit in einer Praxis oder im Krankenhaus sind.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Oktober 2016 um 20:17 Uhr